Den Australiern kommt nix mehr in die (Plastik-)Tüte
In der Süddeutschen Zeitung konnte man in der letzten Woche lesen, dass der amtierende australische Umweltminister Peter Garrett, nachdem im letzten Jahr bereits ein Gesetz zum Verbot von Glühbirnen verabschiedet wurde, angekündigt hat, noch in diesem Jahr sämtliche Plastiktüten aus dem Verkehr ziehen zu wollen. Seine Begründung:
“Es fliegen schätzungsweise vier Milliarden Tüten herum, landen auf Müllkippen, bedrohen unsere Wildtiere und verschmutzen unsere Strände. Es ist absolut wichtig, dass wir das in den Griff bekommen.”
Die Vorgängerregierung hatte 2002 einen Bericht über das Problem der Plastiktüten verfasst. Einige Unternehmen wie Ikea schafften es zwar laut einer Studie der Umweltgruppe “Planet Ark2”, den Plastiktütenverbrauch durch eine Gebühr von rund fünf Cent pro Tüte um bis zu 85 Prozent zu senken, doch der Erfolg von Kampagnen, mit denen sich die Australier freiwillig von den lieb gewonnenen Tüten entwöhnen sollten, war nach Garretts Angaben bescheiden- dem Umweltschutz wird in Australien allgemein keine hohe Bedeutung beigemessen.
Auch in China sollen angesichts der bald beginnenden Olympischen Spiele die Tragetaschen aus dem Stadtbild der Metropole entfernt werden. Die Tüten, von denen in China jährlich drei Milliarden weggeworfen, werden, sind dort als “weiße Umweltverschmutzung” bekannt.
In Bangladesch sind Plastiktüten seit 2000 komplett verboten, da sie die Abwasserkanäle während der Monsun-Zeit verstopften und das Überschwemmungsrisiko erhöhten.
In Südafrika müssen Einzelhändler seit 2003 mit Geld- oder Gefängnisstrafen rechnen, wenn sie Plastiktüten umsonst verteilen.
Im Deutschen Bundesumweltamt betrachtet man Verbote kritisch, da die alternative Papiertüte nicht wirklich umweltfreundlich ist. „Es gibt Hinweise darauf, dass eine Papiertüte über ihren ganzen Lebenszyklus gerechnet sogar mehr Energie verbraucht, als eine aus Plastik“, so Maria Elander, Leiterin der Abteilung Kreislauf Wirtschaft bei der deutschen Umwelthilfe.
Wenigstens ein Verbot, das uns scheinbar erspart bleibt…
