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Generationen im Clinch? Eher nicht oder ganz anders als gedacht…

Lange Zeit ist es ruhig gewesen um das Thema “Generationenkonflikt”. Deshalb habe ich mal nachgeschaut, was dazu so in den letzten Monaten an großen und namhaften Publikationen erschienen ist und zu welchem Ergebnis diese kommen. Und siehe da, die renommierte Shell-Studie und das Generationen-Barometer kommen zu ziemlich unterschiedlichen Ergebnissen.

Die ZEIT rezipiert die Shell-Studie und die Erleichterung des Redakteurs ist im Text schon fast spürbar: „Auf einen neuen Generationenkonflikt haben nicht zuletzt die Medien lange gewartet. Nach den Ergebnissen der 15. Shell-Studie scheint er sich zumindest anzudeuten. Nur geht es dabei – anders als vermutet – weniger um die Rente als vielmehr um Fragen kultureller Freiräume und der generationellen Identität“, heißt es in einem Artikel.

Ein ganz anderes Bild vom zukünftigen Zusammenleben der Generationen entwickelt man indes bei der Bundesregierung: Das Generationen-Barometer 2006 aus dem Familienministerium spricht von einer hohen Solidarität zwischen Jung und Alt.

Der Untersuchung des Bundesministeriums für Familie zu Folge wird das soziale Verhältnis zwischen den Generationen in Zukunft zwar neu definiert werden müssen, doch sprächen alle Anzeichen für einen Erhalt der hochbewerteten Generationensolidarität. Und daran wird auch das künftige Altersbeben nichts ändern – zumindest dann nicht, wenn „wir die Weichen heute klug stellen“, wie es Ministerin von der Leyen ausdrückt.

Im Klartext soll es darum gehen, Strukturen zu schaffen, die einerseits die Familie als solche stützen und andererseits freiwillige Initiativen zu stärken, mit denen sich die Menschen untereinander helfen.

Denn in Anbetracht leerer öffentlicher Kassen ist es nicht weiter verwunderlich, dass es von Seiten der Politik durchaus begrüßt wird, wenn laut Umfrage 65% der Bevölkerung eine Verpflichtung der Eltern zu jeglicher Unterstützung und Hilfe auch bei erwachsenen Kinder formulieren. Und sich umgekehrt 53% zu einer dauerhaften Verpflichtung der Kinder gegenüber der Elterngeneration bekennen. In 82% aller Fälle erhalten junge Elternpaare sporadische oder regelmäßige Finanzhilfe der älteren Generation.

Und natürlich ist diese Solidarität auch aus der Not geboren: In den nächsten zehn Jahren erwartet die Mehrheit der bei dieser Untersuchung von den Forschern des Instituts Allensbach Befragten „die Zunahme sozialer Unterschiede, wachsende Vereinsamung und Egoismus bei insgesamt weniger Zusammenhalt und Sicherheit“. Ihre eigenen Familienbande werden dabei positiver bewertet als die von anderen Menschen: Nur jede dritte ist überzeugt, dass die meisten Familien einen starken Zusammenhalt haben und damit auch als Solidargemeinschaft funktionieren. Bei sich selbst hingegen schätzen 84% den Zusammenhalt in ihrer engeren Familie als stark ein.

Und das wiederum deckt sich auch mit den Ergebnissen, zu denen die Verantwortlichen der jüngsten Shell-Jugendstudie kommen: Demnach ist das Verhältnis der Jugend zu den Alten erstaunlich entspannt: Die Generation der Hochbetagten nämlich wird als Aufbaugeneration der Bundesrepublik geachtet. „Dass hingegen heute die jungen Alten zwischen Mitte 50 und Mitte 60 ihr Leben ohne Kittelschürze und Rentnerbenehmen gestalten, ruft ambivalente Reaktionen hervor“, weiß man bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Obwohl die Jugendlichen ein aktives Alter also grundsätzlich positiv bewerten, wird es laut Shell-Jugendstudie problematisch, wenn die Senioren sich einmischen, wenn sie zur Konkurrenz werden, wenn sie vermehrt in Bereichen auftauchen, die früher der Jugend vorbehalten waren. Und das klingt doch sehr danach, dass es toll und bewundernswert ist, wenn der eigene Vater oder die eigene Oma im Internet surfen oder im Alter noch ein Studium beginnen, dass es aber eben doch nervt, wenn Hörsäle oder Veranstaltungszentren mehrheitlich von den „jungen Alten“ besetzt werden.

Na, da gibt´s nur eins: Aktive Alte sollen sich aktiv engagieren, z.B. bei uns in der Goldtimer-Kampagne!

Warten wir also ab, wie es weitergeht mit dem lang erwarteten Krieg der Generationen.

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