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Silver Surfer belohnen Risikokapital

Internetsites wie Myspace und Flickr sprechen vor allem junge Menschen an. In den USA hat sich dagegen ein neuer Trend festgesetzt: Dort entstehen zunehmend Social-Networking-Homepages für Ältere, in die Risikokapitalgeber bereitwillig investieren.

“TeeBeeDee ist der Platz für Menschen über 40, die glauben, dass das Leben immer noch nicht festgelegt ist” – so begrüßt die Website www.tbd.com ihre User.

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Die Abkürzung “tbd” oder – englisch ausgesprochen – “teebeedee” steht für “to be determined”, also “noch nicht festgelegt”.

“Tbd” ist im englischsprachigen Raum eine gängige Umschreibung für noch nicht klar bestimmte Verabredungen oder Orte.

Gründerin Robin Wolaner sagt, sie hatte die Idee zu “TeeBeeDee” im besten Jahr ihres Lebens – als sie 50 wurde. Die Site hat den Beta-Status gerade verlassen und ist damit das neueste Projekt einer ganzen Reihe von Homepages, die soziale Netze für ältere Menschen ermöglichen wollen.

Risikokapitalgeber wie Shasta Ventures haben nach Angaben der “New York Times” zuletzt 4,8 Mio. $ in die Site gesteckt. Start-ups für ältere Menschen sind für Geldgeber fast eine sichere Bank, da die sogenannten Silver Surfer nach Experteneinschätzungen eher einer Site treu bleiben.

“Teenager anzulocken kostet viel Geld, dann bleiben sie kurz auf einer Homepage hängen, bevor sie weiterziehen”, sagte der Risikoinvestor Paul Kedrosky der Zeitung. Ältere Bevölkerungsgruppen hätten dagegen viele interessante Merkmale, nicht zuletzt ihre Verweildauer.

Auch sprechen die allgemeinen demografischen Daten dafür, online soziale Netze für ältere Menschen anzubieten. Nach einer Erhebung der Marktforscher Nielsen/Net Ratings ist die Zahl der Internetuser älter als 55 Jahre in den USA etwa genauso groß wie die der 18- bis 34-Jährigen. Zudem gebe es weiteres Potenzial: In den USA lebten etwa dreimal so viele Boomer wie Teenager, rund 78 Millionen. Als Boomer werden die Menschen bezeichnet, die zu Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden.

Zu diesem Zweck sind die Sites zielgruppengerecht und strukturiert aufgebaut: Auf der TeeBeeDee-Startseite findet der User die meist diskutierten Themen, derzeit “Arbeit”, “Sex über 40”, “Beziehungen” sowie “Körper und Seele”. Zudem gibt es unter anderem ein Video, die Frage des Tages und eine Auflistung der aktivsten Mitglieder. Wer mitdiskutieren und die Profile anderer Mitglieder einsehen möchte, muss sich zuvor registrieren. Ähnlich funktioniert die Site www.eons.com – auch dort müssen sich die User, wie bei fast allen Homepages dieses Genres, registrieren. Eons richtet sich an “Menschen, die das Leben auf der Rückseite der 50 lieben”. Zu den Features zählen etwa Gedächtnisspiele, um die Gehirntätigkeit der User zu stärken.

Wer www.rezoom.com ansteuert, “die Neudefinition des Lebens für eine alterslose Generation”, wird unter Umständen gleich auf der Startseite mit dem Gesundheitstipp der Woche empfangen. Ein Beispiel: Der User solle möglichst lokal angebaute Produkte essen, weil Lebensmittel auf langen Transportwegen Vitamine, Mineralstoffe und Geschmack verlören.

Doch erst die Menüunterpunkte machen klar, welche Zielgruppe angesprochen wird. So findet sich unter “Unterhaltung” der Punkt “Boomer Buzz”, wo für die Zielgruppe relevante und aktuelle Themen aus dem Internet aufgegriffen werden. Ein Unterpunkt der Rubrik “Gesundheit” heißt “Just for Boomers” – dort wird etwa auf Gefahren von Diabetes und Behandlungsmöglichkeiten von Alzheimer hingewiesen.

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