Glaubwürdige Werbung
Absolut klasse finde ich den neuen Werbespot des Autovermiters Sixt. Das neue Zugpferd der Münchener ist der Alt-Schglagerstar Matthias Reim. Im Werbevideo “Verdammt ich hab nix” nimmt Reim sich und seine Vergangenheit selbst auf die Schippe. Trotz angespannter finanzieller Lage will er nicht auf Luxus verzichten. Und so singt er kurzerhand eine neue Version seines Erfolgshits.
„Verdammt, ich hab nix, ich miet bei Sixt. Verdammt ich brauch nix, es gibt ja Sixt. Verdammt, ich will nicht, will wirklich nicht, nicht noch mehr Geld verlier’n.“ So der Refrain des Werbespots. Betont gelassen bewegt sich der Sänger zwischen Inselrundfahrt in einem SLK-Cabrio und einem Ritt auf einem weißen Hengst an der Küste Mallorcas.

Im Gespräch mit SPIEGEL Online erklärte Reim, dass er die Idee zu dem Spot “so verdammt dämlich” fand, dass er “schon Tränen gelacht (habe), als mir die Agentur nur das Bild mailte, das mich in einem gemieteten Cabrio zeigt.” Nur einmal musste der Schlagersänger kneifen. Bei den Szenen hoch zu Ross ließ sich Reim, der “furchtbare Angst vor Pferden” hat, von seinem Schwager doubeln.
Um die witzige Idee - die sich Jung von Matt/Elbe hat einfallen lassen - zu kapieren, muss man wissen, dass Reim seit 1999 in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten steckt (was “Bild” damals zur Titelstory hochzog: “Gerichtsvollzieher jagen Matthias Reim”).
Es bleibt abzuwarten, ob sich dieses Konzept für Sixt bewährt. In jedem Fall ist diese Art der Werbung absolut witzig und glaubwürdig.
